Jeet Kune Do
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jié quán dào - Jeet Kune Do
Jeet Kune Do ist eine Selbstverteidigungsmethode die von Jun Fan "Bruce" Lee gemeinsam mit seinen Schülern in der Zeit von 1964 bis 1973 entwickelt wurde. Nach Bruce Lees Tod wurde diese Kampfkunst von seinen Schülern wie z.B. Dan Inosanto, Larry Hartsell, Richard Bustillo, Tim Tackett, Ted Wong, Bob Bremer, Taky Kimura, Jesse R. Glover, Jerry Poteet und anderen am Leben erhalten.
Jeet Kune Do (kurz JKD) bedeutet in etwa "Das Prinzip der unterbrechenden Faust" (unterbrechen bezieht sich hier auf das Unterbrechen eines gegnerischen Angriffs vor oder während seiner Aktion). JKD basiert auf dem Jun Fan Gung Fu, einem System, dass sich aus Techniken, Strategien, Prinzipien, Konzepten und Taktiken aus dem traditionellen Tang Lang Chun Fa, dem Wing Chun, dem Boxen, dem Judo/Jiu Jitsu und dem Fechten zusammensetzt. Im Laufe des Trainings tritt jedoch die persönliche Interpretation (so gibt es logischerweise "das" JKD nicht) des Trainierenden immer mehr in den Vordergrund. Im JKD muss sich die Kampfkunst dem Kämpfer anpassen und sich nicht der Kämpfer dem System unterwerfen.
Das JKD verzichtet dabei auf traditionelle Elemente von Kampfkünsten, insofern sie seiner Meinung nach die Effektivität beeinträchtigen, wie z. B. Atemübungen und rituelle Grußzeremonien. Bis heute mystifizierten viele Lehrer ihre Kampfkunst mit Ritualen, Begrüßungszeremonien und Formenläufen (vorgeschriebenen Bewegungsabläufen, deren Sinn meist schon vor Jahrhunderten in Vergessenheit geraten ist oder gar dem Hirn des selbsternannten Meisters Entspringen). Sie ersinnen Geheimtechniken die, wie sollte es anders sein, erst dem fortgeschrittenen Schüler unterrichtet werden. Es werden Stellungen und mechanische Abläufe trainiert, die nichts oder kaum etwas mit dem tatsächlichen Kämpfen und schon gar nichts mit Selbstverteidigung zu tun haben.
Jeet Kune Do ist anders!
Spontanität ist das Ziel. Nach dem Einstudieren und Üben der Techniken sollen diese nicht in choreographierten Bewegungsabläufen gezeigt werden, sondern in einer an der Realität ausgerichteten Übungssituation. Wir nennen die Sparring. Kämpfen ohne zu Kämpfen ist wie Schwimmen ohne Wasser. Wirf einen solchen "Trockenschwimmer" ins Wasser und er wird ertrinken. Wirf einen "Kämpfer" der nicht gelernt hat zu kämpfen, da er nie gekämpft hat, in einen Kampf und er wird darin umkommen.
Erwähnenswert ist, wie ich meine, dass Bruce Lee zuweilen hier in Deutschland als eine Art "falscher" Wing-Chun-Lehrer geführt wird. Bruce Lee hat selbst nie Wing Chun unterrichtet. Bereits in seiner ersten Schule, dem Jun Fan Gung Fu Institute in Seattle, unterrichtete er eine Kombination aus Techniken des Wing Chun, Tang Lang Chun Fa, Boxen und Fechten. Wenn man so möchte, eine frühe Version des späteren Jun Fan Gung Fu. Schon damals versuchte Bruce Lee, der Reglementierung und somit den Beschränkungen eines einzelnen Stiles zu entkommen, was später zu dem Konzept des JKD führte.
Bruce Lee hat es stets als wichtig erachtet, dass Jeet Kune Do nur ein Name ist. Ein Name der nicht überinterpretiert werden sollte. Er beschrieb sein eigenes Wirken mit den Worten: „Using no way as way – having no limitation as limitation.“ Damit folgte er der Vorstellung des Daoismus: Man soll Dingen ihren Lauf lassen und keine feste Form oder Vorstellung entwickeln, sondern vielmehr sich dem Fluss der Dinge aktiv hingeben. Im Chinesischen spricht man hier vom wu wei, dem „Leer-“ beziehungsweise „Nicht-sein“; eine weitere Beschreibung ist „Handeln durch Nicht-Handeln“.
Bruce Lee selbst verwies des Öfteren auf das Wasser als elementare Kraft der Natur: Es ist anpassungsfähig, nicht greifbar und doch in der Lage einen Stein zu höhlen. Er nahm sich die Natur des Wassers zum Vorbild für den Zweikampf: Nicht der Stil, die Kampfkunst, der Kampfsport macht den besten Kämpfer, sondern jener, der sich – ohne an bestimmten, einstudierten Techniken festzuhalten – der Situation und dem Gegner am besten anpassen kann ist der beste Kämpfer.
Dazu gehörte für Bruce Lee zwingend, den Menschen als Individuum zu betrachten. Jeder Mensch soll, lt. seiner These, seinen eigenen, individuellen „Stil“ entwickeln, auf seinen Körper hören und diesem folgen. Es spielt nicht nur die Körperkraft eine Rolle. Es geht um Verständnis.
Für mich ist Jeet Kune Do eine Philosophie.
Ich liebe es ...
An dieser Stelle möchte ich mich bei folgenden Personen für ihre Unterstützung und Hilfe bedanken: Dan Inosanto, Richard Bustillo, Tim Tackett, Jesse R. Glover, Jerry Poteet, Frank Bruczynski, Erik Paulson, Burton Richardson, Jeff Espinous, Joe Lewis, Bob Breen, Tommy Carruthers, Justo Dieguez und Andy Norman.
